Fischarten in Baden-Württemberg: 38 Arten mit Bild, Schonzeit und Mindestmaß
Alle 38 wichtigen Fischarten in Baden-Württemberg mit Zeichnung, Foto, Schonzeit, Mindestmaß und Rote-Liste-Status, dazu typische Gewässer und Bodensee-Regeln.
Wer in Baden-Württemberg die Fischerprüfung ablegt, muss Fischarten nach Bild erkennen, Schonzeiten und Mindestmaße kennen und wissen, wo sie vorkommen. Dieser Überblick liefert zu jeder Art Zeichnung, Foto, Regeln aus der Landesfischereiverordnung und Gewässer im Land.
Aufgenommen sind 37 Fisch- und Krebsarten: die, die in Prüfung und am Wasser eine Rolle spielen, dazu seltene und bedrohte.
Schonzeiten und Mindestmaße stammen aus § 1 der Landesfischereiverordnung (LFischVO), Stand Februar 2026. Wir haben den Text über das Portal umwelt-online geprüft, weil die amtliche Seite nur mit JavaScript lesbar ist.1 Maßgeblich ist immer die amtliche Fassung.
Der Rote-Liste-Status stammt aus der Roten Liste Baden-Württembergs von 2025.2
Alle Fischarten in Baden-Württemberg auf einen Blick
Die Tabelle fasst die Regeln der Landesfischereiverordnung zusammen. Der Pächter eines Gewässers darf strengere Regeln festlegen, etwa höhere Mindestmaße, und für den Bodensee gelten eigene Bestimmungen (siehe unten).
Einige Regeln gelten nur in bestimmten Flussgebieten wie Rhein oder Donau, das steht beim Eintrag.
| Art | Gewässertyp | Schonzeit | Mindestmaß |
|---|---|---|---|
| Hecht | Seen, Flüsse, Altwasser | 15.2. bis 15.5. | 50 cm |
| Zander | Seen, Flüsse, Stauseen | 1.4. bis 15.5. | 45 cm |
| Flussbarsch | Seen, Flüsse, Teiche | keine | keines |
| Wels | große Flüsse, Seen, Baggerseen | keine | keines |
| Rapfen | große Flüsse, Staustufen | 1.3. bis 31.5. | 40 cm |
| Quappe (Trüsche, Rutte) | Seen, Flüsse | 1.11. bis 28.2. | 30 cm |
| Aal | Flüsse, Seen, Kanäle | 15.9. bis 1.3. | 50 cm |
| Karpfen | Teiche, Seen, langsame Flüsse | keine | 35 cm |
| Schleie | Weiher, Seen, Altwasser | 15.5. bis 30.6. | 25 cm |
| Brachse (Brassen) | Seen, Flüsse | keine | keines |
| Rotauge (Plötze) | Seen, Flüsse, Teiche | keine | keines |
| Rotfeder | Weiher, Seen, Altwasser | keine | keines |
| Döbel (Aitel) | Flüsse, Bäche | keine | keines |
| Aland (Nerfling, Orfe) | Flüsse, Altwasser, Seen | 1.4. bis 31.5. | 25 cm |
| Barbe | Flüsse mit Kiesgrund | 1.5. bis 15.6. | 40 cm |
| Nase | Flüsse mit Kiesgrund | 15.3. bis 31.5. | 35 cm |
| Hasel | Bäche, kleinere Flüsse | keine | keines |
| Giebel | Teiche, Altwasser, Baggerseen | keine | keines |
| Gründling | Bäche, Flüsse, Seen | keine | keines |
| Ukelei (Laube) | Seen, Flüsse | keine | keines |
| Kaulbarsch | Flüsse, Seen | keine | keines |
| Elritze | Gebirgsbäche, klare Seen | keine | keines |
| Bachforelle | Bäche, kleine Flüsse | 1.10. bis 28.2. | 25 cm |
| Regenbogenforelle | Teiche, Seen, Flüsse | 1.10. bis 28.2. | keines |
| Seeforelle | große Seen und ihre Zuflüsse | 1.10. bis 28.2. | 50 cm |
| Äsche | kühle Flüsse | 1.2. bis 30.4. | 30 cm |
| Huchen (Donaulachs) | große, kühle Donauzuflüsse | 1.2. bis 31.5. | 70 cm |
| Bachsaibling | Bäche, Forellenteiche | 1.10. bis 28.2. | keines |
| Seesaibling | tiefe Alpenseen | 1.10. bis 28.2. | 25 cm |
| Renke (Felchen, Maräne) | tiefe Seen | 15.10. bis 10.1. | 30 cm |
| Edelkrebs | Bäche, Weiher | Weibchen 1.10. bis 10.7., Männchen 1.10. bis 31.12. | 12 cm |
| Karausche | siehe unten | nicht in § 1 | keines |
| Bitterling | siehe unten | nicht in § 1 | keines |
| Schlammpeitzger | siehe unten | nicht in § 1 | keines |
| Groppe (Mühlkoppe) | siehe unten | nicht in § 1 | keines |
| Zährte | siehe unten | nicht in § 1 | keines |
| Meerforelle | siehe unten | nicht in § 1 | keines |
| Atlantischer Lachs | siehe unten | nicht in § 1 | keines |
Fotos stammen von Wikimedia Commons, Urheber und Lizenz stehen jeweils unter dem Bild. Mehr zum Erlaubnisschein findest du in unserem Artikel Angelkarte Baden-Württemberg.
Raubfische
Wer Raubfische erkennt, hat in der Prüfung viele Punkte sicher: Sie haben ein weites Maul mit Zähnen und stehen meist an der Spitze der Nahrungskette.

Hecht
- Schonzeit
- 15.2. bis 15.5.
- Mindestmaß
- 50 cm
- Hinweis
- im Main 1.2. bis 30.4.
- Größe
- meist 50 bis 100 cm, selten über 120 cm
- Rote Liste Baden-Württemberg 2025
- ungefährdet
Der Körper ist lang gestreckt, das Maul läuft wie ein Entenschnabel flach aus und trägt viele spitze Zähne. Die Rückenflosse sitzt weit hinten, direkt über der Afterflosse. Die Flanken sind grünlich mit hellen, unregelmäßigen Flecken. Er lauert als Standräuber in verkrauteten Uferzonen, im Schilf und an versunkenem Holz. In Baden-Württemberg lebt er in Bodensee, Neckar, Rhein und Donau sowie in Baggerseen und Altrheinarmen.

Zander
- Schonzeit
- 1.4. bis 15.5.
- Mindestmaß
- 45 cm
- Hinweis
- im Main 1.2. bis 30.4. bei 50 cm
- Größe
- meist 40 bis 80 cm, selten über 100 cm
- Rote Liste Baden-Württemberg 2025
- ungefährdet
Wie der Barsch hat der Zander zwei getrennte Rückenflossen, die vordere trägt Stachelstrahlen. Der Körper ist schlank, die Augen wirken glasig, im Maul sitzen deutliche Fangzähne. Die Zeichnung aus dunklen Querbinden ist blasser als beim Barsch, Flossen ohne Rot. Er bevorzugt trübes, nährstoffreiches Wasser, tiefere Seen und langsam fließende Flüsse mit Staustufen. In Baden-Württemberg kommt er in Neckar, Rhein, Donau und Main sowie im Bodensee vor.

Flussbarsch
- Schonzeit
- keine
- Mindestmaß
- keines
- Größe
- meist 15 bis 35 cm, selten über 45 cm
- Rote Liste Baden-Württemberg 2025
- ungefährdet
Zwei Rückenflossen, die vordere mit harten Stachelstrahlen und einem schwarzen Fleck am Ende. Auf den grünlichen Flanken stehen fünf bis neun dunkle Querbinden, Bauch-, After- und Schwanzflosse leuchten rötlich. Junge Barsche leben im Schwarm, große Tiere jagen einzeln an Kanten, Schilfgürteln und Stegen. In Baden-Württemberg ist er in fast allen Seen und Flüssen zu finden, besonders im Bodensee, wo er als Kretzer bekannt ist.

Wels
- Schonzeit
- keine
- Mindestmaß
- keines
- Größe
- meist 100 bis 200 cm, in Ausnahmen über 250 cm
- Rote Liste Baden-Württemberg 2025
- ungefährdet
Der Wels ist der größte heimische Süßwasserfisch. Der schuppenlose, schleimige Körper läuft in einen seitlich flachen Schwanz aus, die Afterflosse ist extrem lang, die Rückenflosse winzig. Das breite Maul trägt sechs Barteln: zwei lange am Oberkiefer und vier kurze am Unterkiefer. Er hält sich tagsüber in tiefen Kolken und unter Unterständen auf und jagt nachts. In Baden-Württemberg lebt er in Rhein, Neckar, Donau und deren Altarmen, dazu in Baggerseen.

Rapfen
- Schonzeit
- 1.3. bis 31.5.
- Mindestmaß
- 40 cm
- Hinweis
- gilt nur in der Donau und ihrem Gewässersystem
- Größe
- meist 40 bis 70 cm, selten über 90 cm
- Rote Liste Baden-Württemberg 2025
- Datenlage unzureichend
Der Rapfen ist der einzige heimische Weißfisch, der sich räuberisch ernährt. Das Maul ist weit gespalten und reicht bis unter das Auge, der Unterkiefer hat vorn einen Höcker. Der Körper ist langgestreckt und silbrig, die Bauch- und Afterflosse sind rötlich. Er jagt im Freiwasser großer Flüsse Ukelei und andere Kleinfische, oft mit sichtbaren Schlägen an der Oberfläche. In Baden-Württemberg findest du ihn in der Donau und ihren Zuflüssen.

Quappe (Trüsche, Rutte)
- Schonzeit
- 1.11. bis 28.2.
- Mindestmaß
- 30 cm
- Hinweis
- am Bodensee Trüsche genannt
- Größe
- meist 30 bis 60 cm, selten über 80 cm
- Rote Liste Baden-Württemberg 2025
- vom Aussterben bedroht
Die Quappe ist der einzige Süßwasserdorsch. Sie hat zwei Rückenflossen (die erste kurz, die zweite lang), eine einzelne Bartel am Kinn und einen marmorierten, schleimigen Körper. Die Schwanzflosse ist abgerundet. Sie lebt versteckt unter Steinen und Wurzeln, ist nachtaktiv und laicht als Kaltwasserfisch im Winter. In Baden-Württemberg kommt sie noch im Bodensee (dort Trüsche), im Hochrhein und in einzelnen kalten Flüssen vor. Sie wurde zuletzt von "stark gefährdet" auf "vom Aussterben bedroht" hochgestuft.2

Aal
- Schonzeit
- 15.9. bis 1.3.
- Mindestmaß
- 50 cm
- Hinweis
- gilt nur im Rhein und seinem Gewässersystem
- Größe
- Weibchen meist 50 bis 100 cm, Männchen kleiner
- Rote Liste Baden-Württemberg 2025
- stark gefährdet
Der Körper ist schlangenförmig, Rücken-, Schwanz- und Afterflosse gehen als ein durchgehender Saum ineinander über. Die Schuppen sind winzig und in die schleimige Haut eingebettet. Es gibt nur Brustflossen, keine Bauchflossen. Der Aal wandert zum Laichen ins Meer (Sargassosee) und kehrt als Glasaal zurück. Er versteckt sich tagsüber in Höhlen und Spalten. In Baden-Württemberg lebt er im Rheinsystem mit Neckar, im Bodensee und in der Donau, meist aus Besatz.
Friedfische und Kleinfische
Zu den Karpfenartigen gehören die meisten heimischen Arten. Entscheidend für die Bestimmung sind Maulstellung, Barteln, Flossenansatz und Form der Afterflosse.

Karpfen
- Schonzeit
- keine
- Mindestmaß
- 35 cm
- Größe
- meist 40 bis 70 cm, Zuchtfische bis über 100 cm
- Rote Liste Baden-Württemberg 2025
- ungefährdet (Wild- und Zuchtkarpfen gemeinsam bewertet)
Am Maul stehen vier Barteln (zwei Paare). Die lange Rückenflosse hat einen gesägten Hartstrahl. Wildkarpfen sind lang gestreckt, Zuchtformen hochrückig und je nach Beschuppung als Schuppen-, Spiegel- oder Lederkarpfen bekannt. Er lebt am Grund und wühlt nach Insektenlarven, Muscheln und Pflanzen. Wild vermehrt er sich nur in warmen, flachen Gewässern. In Baden-Württemberg ist er ein klassischer Fisch der Baggerseen, Altrheinarme und Teiche.

Schleie
- Schonzeit
- 15.5. bis 30.6.
- Mindestmaß
- 25 cm
- Größe
- meist 25 bis 45 cm, selten über 60 cm
- Rote Liste Baden-Württemberg 2025
- Vorwarnliste
Der Körper ist gedrungen, olivgrün und mit sehr kleinen Schuppen unter dickem Schleim bedeckt. Alle Flossen sind abgerundet, an jedem Maulwinkel sitzt ein kurzer Bartfaden. Die Augen sind klein und rötlich. Sie steht gern in verkrauteten, schlammigen Stillwasserbereichen und ist bei kaltem Wasser kaum aktiv. In Baden-Württemberg steht sie in Altrheinarmen, Baggerseen und verkrauteten Buchten des Bodensees.

Brachse (Brassen)
- Schonzeit
- keine
- Mindestmaß
- keines
- Größe
- meist 30 bis 50 cm, selten über 70 cm
- Rote Liste Baden-Württemberg 2025
- ungefährdet
Der Körper ist hochrückig und seitlich stark abgeflacht, die Afterflosse mit 24 bis 30 Strahlen lang. Das Maul ist unterständig und kann rüsselartig vorgestreckt werden. Die Färbung ist silbrig bis bronzefarben, die Flossen sind grau. Brachsen ziehen im Schwarm über weichem Grund und sind typisch für nährstoffreiche Seen und die Brachsenregion der Flüsse. In Baden-Württemberg lebt sie in Rhein, Neckar, Bodensee und in Baggerseen.

Rotauge (Plötze)
- Schonzeit
- keine
- Mindestmaß
- keines
- Größe
- meist 15 bis 30 cm, selten über 40 cm
- Rote Liste Baden-Württemberg 2025
- ungefährdet
Das Rotauge ist silbrig, die Iris leuchtet rot bis orange, Bauch- und Afterflosse sind blassrot. Die Rückenflosse beginnt über dem Ansatz der Bauchflossen, das Maul ist endständig. Verwechslungsgefahr besteht mit der Rotfeder. Es lebt fast überall, in Seen und Flüssen, und ist oft der häufigste Fisch am Gewässer. In Baden-Württemberg ist es in nahezu jedem Gewässer zu finden, auch im Bodensee.

Rotfeder
- Schonzeit
- keine
- Mindestmaß
- keines
- Größe
- meist 15 bis 30 cm, selten über 40 cm
- Rote Liste Baden-Württemberg 2025
- Vorwarnliste
Der Körper ist hochrückig, golden schimmernd, alle Flossen sind blutrot. Das Maul ist oberständig, die Rückenflosse beginnt hinter dem Ansatz der Bauchflossen. Zwischen Bauch- und Afterflosse verläuft ein Kiel mit Schuppen. So unterscheidest du sie vom Rotauge. Sie steht dicht unter der Oberfläche in verkrauteten, warmen, ruhigen Gewässern. In Baden-Württemberg steht sie in Altrheinarmen, Weihern und Baggerseen und ist inzwischen auf der Vorwarnliste.

Döbel (Aitel)
- Schonzeit
- keine
- Mindestmaß
- keines
- Hinweis
- in Süddeutschland auch Aitel genannt
- Größe
- meist 30 bis 50 cm, selten über 60 cm
- Rote Liste Baden-Württemberg 2025
- ungefährdet
Der Körper ist kräftig und walzenförmig, der Kopf groß mit breitem, endständigem Maul. Die großen Schuppen haben dunkle Ränder, die Afterflosse ist nach außen gerundet (beim Aland nach innen gebogen). Er steht in kleinen Rudeln an Unterständen und in Strömungskanten, vom Bach bis zum großen Fluss. In Baden-Württemberg ist er in Neckar, Kocher, Jagst, Rhein und Donau häufig.
Aland (Nerfling, Orfe)
- Schonzeit
- 1.4. bis 31.5.
- Mindestmaß
- 25 cm
- Hinweis
- auch Nerfling genannt
- Größe
- meist 30 bis 50 cm, selten über 70 cm
- Rote Liste Baden-Württemberg 2025
- stark gefährdet
Der Körper ist hochrückiger als beim Döbel, das Maul kleiner. Der Rand der Afterflosse ist nach innen gebogen, Bauch- und Afterflosse sind rötlich. Die Zierform "Goldorfe" stammt von dieser Art. Er lebt in strömungsberuhigten Flussabschnitten, Altarmen und Seen und laicht im Frühjahr an Wasserpflanzen. In Baden-Württemberg kommt er in Rhein, Neckar und Donau vor und gilt als stark gefährdet.

Barbe
- Schonzeit
- 1.5. bis 15.6.
- Mindestmaß
- 40 cm
- Größe
- meist 40 bis 60 cm, selten über 80 cm
- Rote Liste Baden-Württemberg 2025
- gefährdet
Der gestreckte Körper hat ein unterständiges Maul mit dicken Lippen und vier Barteln. Die Rückenflosse trägt einen gesägten Hartstrahl. Die Färbung ist bräunlich-olivgrün, die Bauchseite hell. Als Leitfisch der Barbenregion steht sie auf kiesigen, schnell strömenden Abschnitten und laicht dort im Frühsommer. In Baden-Württemberg ist sie Leitfisch der Barbenregion von Rhein, Neckar, Kocher und Jagst.

Nase
- Schonzeit
- 15.3. bis 31.5.
- Mindestmaß
- 35 cm
- Größe
- meist 30 bis 40 cm, selten über 50 cm
- Rote Liste Baden-Württemberg 2025
- stark gefährdet
Die Schnauze springt nasenartig vor, das unterständige Maul ist quer gespalten mit einer scharfen Hornleiste. Der Körper ist silbrig-grau, Bauch-, After- und Schwanzflosse sind rötlich. Die Bauchhöhle ist innen schwarz. Sie raspelt Algenrasen von Steinen und zieht im Frühjahr in Schwärmen zu den Laichplätzen auf Kies. In Baden-Württemberg lebt sie in Neckar, Rhein, Kocher und Jagst, ihre Bestände gehen aber zurück.

Hasel
- Schonzeit
- keine
- Mindestmaß
- keines
- Größe
- meist 15 bis 25 cm, selten über 30 cm
- Rote Liste Baden-Württemberg 2025
- ungefährdet
Der Hasel ist schlank und silbrig, mit einem kleinen, endständigen Maul und gelblich-weißen Flossen. Der Rand der Afterflosse ist leicht nach innen gebogen. Er lebt im Schwarm in sauerstoffreichen, klaren Fließgewässern, oft in der Äschen- und Barbenregion. In Baden-Württemberg ist er in kiesigen Bächen und Flüssen des Neckar-, Rhein- und Donaugebiets zu Hause.

Giebel
- Schonzeit
- keine
- Mindestmaß
- keines
- Größe
- meist 15 bis 30 cm, selten über 40 cm
- Rote Liste Baden-Württemberg 2025
- nicht heimisch (eingewandert, gilt in Baden-Württemberg als gebietsfremd)
Der Giebel sieht der Karausche ähnlich, hat aber einen schlankeren Körper, einen eher silbrigen Glanz und eine leicht nach innen gebogene Rückenflosse. Barteln fehlen wie bei der Karausche. Er ist anspruchslos, übersteht Sauerstoffmangel und besiedelt Teiche, Altwasser und Baggerseen. Er gilt in Mitteleuropa als eingeschleppt. In Baden-Württemberg findest du ihn in Baggerseen, Altrheinarmen und Weihern.

Gründling
- Schonzeit
- keine
- Mindestmaß
- keines
- Größe
- meist 8 bis 15 cm
- Rote Liste Baden-Württemberg 2025
- ungefährdet
Der kleine, walzenförmige Bodenfisch hat ein unterständiges Maul mit zwei kurzen Barteln an den Maulwinkeln. Entlang der Flanke verläuft eine Reihe dunkler Flecken. Er lebt in Gruppen auf sandigem und kiesigem Grund und ist ein wichtiger Futterfisch für Raubfische. In Baden-Württemberg besiedelt er viele Bäche und Flüsse. In der Donau lebt der ähnliche Stromgründling, der als gebietsfremd gilt.

Ukelei (Laube)
- Schonzeit
- keine
- Mindestmaß
- keines
- Hinweis
- auch Laube genannt
- Größe
- meist 10 bis 15 cm, selten über 20 cm
- Rote Liste Baden-Württemberg 2025
- ungefährdet
Die Ukelei ist schlank, silbrig, mit oberständigem Maul und langer Afterflosse (16 bis 20 Strahlen). Der Rücken ist grünlich, der Bauch hell. Sie bildet Schwärme dicht unter der Oberfläche und schnappt nach Anflug und Plankton. In Baden-Württemberg ist sie im Bodensee, im Neckar und in Baggerseen zahlreich.

Kaulbarsch
- Schonzeit
- keine
- Mindestmaß
- keines
- Größe
- meist 10 bis 15 cm
- Rote Liste Baden-Württemberg 2025
- ungefährdet
Ein kleiner Barschartiger mit einer einteiligen, langen Rückenflosse, die vorn Stachel- und hinten Weichstrahlen trägt. Der Körper ist olivbraun gefleckt, der Kopf hat deutliche Schleimgruben. Er lebt am Grund über Sand und Kies und ist ein typischer Beifang beim Grundangeln. In Baden-Württemberg ist er in der Donau heimisch, im Bodensee gilt er regional als gebietsfremd.

Elritze
- Schonzeit
- keine
- Mindestmaß
- keines
- Größe
- meist 6 bis 10 cm
- Rote Liste Baden-Württemberg 2025
- Vorwarnliste
Ein winziger, torpedoförmiger Schwarmfisch mit dunklem Längsband, olivbraunem Rücken und sehr kleinen Schuppen. Zur Laichzeit färben sich die Männchen am Bauch rot und tragen Laichausschlag. Sie lebt in klaren, kühlen Bächen und Seen mit Kies und ist ein Zeiger für saubere Gewässer. In Baden-Württemberg lebt sie in Bächen des Schwarzwalds, der Schwäbischen Alb und des Allgäus.
Forellen, Saiblinge, Äsche, Huchen und Renken
Alle Lachsartigen tragen zwischen Rücken- und Schwanzflosse eine kleine Fettflosse ohne Strahlen. Das ist das wichtigste Merkmal.

Bachforelle
- Schonzeit
- 1.10. bis 28.2.
- Mindestmaß
- 25 cm
- Hinweis
- im Hochrhein 35 cm, in Fließgewässern oberhalb 800 m über NN 20 cm
- Größe
- meist 25 bis 40 cm, selten über 60 cm
- Rote Liste Baden-Württemberg 2025
- gefährdet
Typisch sind die Fettflosse und die rotgetüpfelten Flanken: Rote Punkte mit hellem Hof und schwarze Punkte auf braun-goldenem Grund. Das Maul reicht bis hinter das Auge. Die Schwanzflosse ist kaum eingebuchtet. Sie steht in kühlem, sauerstoffreichem Wasser an Unterständen, im Bach wie im Oberlauf großer Flüsse. In Baden-Württemberg ist sie in vielen Schwarzwaldbächen, in Kocher, Jagst und Donauzuflüssen zu Hause. Seit 2025 gilt sie als gefährdet, weil heiße Sommer ihre Bäche belasten.2

Regenbogenforelle
- Schonzeit
- 1.10. bis 28.2.
- Mindestmaß
- keines
- Größe
- meist 30 bis 50 cm, selten über 70 cm
- Rote Liste Baden-Württemberg 2025
- nicht heimisch (eingeführt, etabliert, nicht invasiv)
Die aus Nordamerika stammende Art hat ein breites, rötliches Längsband und viele kleine schwarze Punkte, auch auf der Schwanzflosse und dem Rücken. Rote Punkte fehlen. Auch sie trägt eine Fettflosse. Sie wird in Teichanlagen gezüchtet und für den Angelbesatz in Seen und Forellenteichen genutzt. In freier Natur vermehrt sie sich in Mitteleuropa nur selten. In Baden-Württemberg stammt sie aus Teichwirtschaften, vor allem im Schwarzwald und auf der Alb.
Seeforelle
- Schonzeit
- 1.10. bis 28.2.
- Mindestmaß
- 50 cm
- Hinweis
- am Bodensee-Obersee gelten 60 cm
- Größe
- meist 50 bis 80 cm, selten über 100 cm
- Rote Liste Baden-Württemberg 2025
- stark gefährdet
Die Seeforelle ist die große, silbrige Seeform der Bachforelle. Die Flanken tragen vor allem schwarze, X-förmige Punkte, rote Punkte treten zurück. Auch sie hat eine Fettflosse. Sie lebt im Freiwasser großer Seen und steigt zum Laichen in kiesige Zuflüsse auf. Querbauwerke ohne Fischtreppe sperren ihr den Weg. In Baden-Württemberg steigt sie aus dem Bodensee in Zuflüsse wie den Alpenrhein auf, im Hochrhein kommt sie ebenfalls vor.

Äsche
- Schonzeit
- 1.2. bis 30.4.
- Mindestmaß
- 30 cm
- Größe
- meist 30 bis 45 cm, selten über 55 cm
- Rote Liste Baden-Württemberg 2025
- stark gefährdet
Das Markenzeichen ist die große, segelartige Rückenflosse mit violetten Flecken. Das Maul ist klein, der Körper silbrig-grau mit leichtem Violett-Schimmer, die Schuppen sind klein. Auch die Äsche hat eine Fettflosse. Sie ist Leitfisch der Äschenregion, steht im klaren, schnell strömenden Wasser und reagiert empfindlich auf Wärme und Fressfeinde. In Baden-Württemberg lebt sie in Hochrhein, Wutach, Kocher, Jagst und Donau. Sie ist zuletzt von "gefährdet" auf "stark gefährdet" hochgestuft worden, weil der Kormoran sie stark bejagt.2

Huchen (Donaulachs)
- Schonzeit
- 1.2. bis 31.5.
- Mindestmaß
- 70 cm
- Hinweis
- gilt nur in der Donau und ihrem Gewässersystem
- Größe
- meist 80 bis 120 cm, selten über 150 cm
- Rote Liste Baden-Württemberg 2025
- vom Aussterben bedroht
Der Huchen ist der größte Lachsartige im Donaugebiet, torpedoförmig mit flachem Kopf und breitem Maul. Der Rücken ist kupferbraun bis grau, die Flossen sind rötlich, kleine schwarze Punkte stehen auf Rücken und Kopf. Er hat eine Fettflosse. Er lebt in kühlen, schnell fließenden Flüssen mit Kiesbänken und laicht schon im März und April. In Baden-Württemberg kommt er nur in der Donau und ihren Zuflüssen vor und ist vom Aussterben bedroht.

Bachsaibling
- Schonzeit
- 1.10. bis 28.2.
- Mindestmaß
- keines
- Größe
- meist 20 bis 30 cm, selten über 40 cm
- Rote Liste Baden-Württemberg 2025
- nicht heimisch (eingeführt, etabliert, nicht invasiv)
Der Bachsaibling stammt aus Nordamerika. Auf dem dunklen Rücken stehen helle Wurmlinien, auf den Flanken rote Punkte mit blauem Hof. Bauch-, Brust- und Afterflosse haben weiße Vorderränder. Die Fettflosse ist vorhanden. Er wird als Besatzfisch in kalten Bächen und Teichen gehalten und pflanzt sich in freier Wildbahn nur selten fort. In Baden-Württemberg lebt er in einzelnen kalten Schwarzwaldbächen und in Forellenteichen.

Seesaibling
- Schonzeit
- 1.10. bis 28.2.
- Mindestmaß
- 25 cm
- Größe
- meist 25 bis 40 cm, selten über 60 cm
- Rote Liste Baden-Württemberg 2025
- Datenlage unzureichend
Der Seesaibling hat einen dunklen Rücken, helle Flecken und einen oft orangeroten Bauch. Bauch- und Afterflosse haben weiße Vorderränder. Die Schuppen sind sehr klein, die Fettflosse ist vorhanden. Er lebt in kalten, tiefen, sauerstoffreichen Seen und laicht im Herbst und Winter auf Kies. In Baden-Württemberg kommt er im Bodensee und im Schluchsee vor. Im Bodensee gibt es zusätzlich den Tiefseesaibling.2

Renke (Felchen, Maräne)
- Schonzeit
- 15.10. bis 10.1.
- Mindestmaß
- 30 cm
- Hinweis
- in der Verordnung als Felchen geführt; am Bodensee gelten eigene Regeln
- Größe
- meist 25 bis 40 cm, selten über 50 cm
- Rote Liste Baden-Württemberg 2025
- Blaufelchen, Gangfisch und Sandfelchen: Vorwarnliste
Renken sind silbrige Freiwasserfische mit großen Schuppen, kleinem Maul und einer Fettflosse. Die Arten im Bodensee (Blaufelchen, Gangfisch, Sandfelchen) lassen sich nur an der Zahl der Kiemenreusenzähne sicher bestimmen. Sie leben im Freiwasser tiefer, kalter Seen, fressen Plankton und laichen im Winter. In Baden-Württemberg heißen sie Felchen. Im Bodensee leben Blaufelchen, Gangfisch und Sandfelchen, auch im Schluchsee und Titisee finden sich Felchen.
Der Edelkrebs
Der Edelkrebs ist kein Fisch, steht aber im Fischereirecht und in der Fischerprüfung gleichberechtigt neben den Fischarten.

Edelkrebs
- Schonzeit
- Weibchen 1.10. bis 10.7., Männchen 1.10. bis 31.12.
- Mindestmaß
- 12 cm
- Größe
- meist 10 bis 16 cm, selten bis 20 cm
- Rote Liste Baden-Württemberg 2025
- vom Aussterben bedroht
Der Panzer ist braun bis olivgrün, die Scheren sind außen glatt und unten rot. Hinter der Nackenfurche liegt nur ein Paar Leisten. Der Steinkrebs ist deutlich kleiner, der amerikanische Signalkrebs hat einen weißen Fleck am Scherengelenk. Er braucht sauberes, sauerstoffreiches Wasser mit Höhlen im Ufer. Die Krebspest, die vom Signalkrebs übertragen wird, hat die Bestände fast ausgelöscht. In Baden-Württemberg gibt es nur noch wenige Restbestände. Die Art ist vom Aussterben bedroht.2
Ganzjährig geschützte und seltene Arten
Diese Arten stehen nicht in der Schonzeitliste des § 1 LFischVO, sind aber stark bedroht oder verschollen. Ein Fang ist praktisch ausgeschlossen, in der Prüfung sollst du sie erkennen.
Wo genau sie geschützt sind, regeln das Naturschutzrecht und die Gewässerbewirtschafter. Weitere sehr seltene Arten der Roten Liste sind Frauennerfling, Kilch, Schrätzer, Atlantischer Stör, Zingel, Maifisch und Streber.2
- Karausche (Carassius carassius): Rote Liste: vom Aussterben bedroht. Der hochrückige, goldbraune Fisch ohne Barteln verschwindet, weil kleine Teiche verlanden und der Giebel ihn verdrängt.
- Bitterling (Rhodeus amarus): Rote Liste: gefährdet. Der kleine Fisch legt seine Eier in Teich- und Flussmuscheln ab. Er braucht deshalb gesunde Muschelbestände.
- Schlammpeitzger (Misgurnus fossilis): Rote Liste: vom Aussterben bedroht. Er ist aalähnlich, hat zehn Barteln und lebt im Schlamm kleiner Gräben und Altwasser.
- Groppe (Mühlkoppe) (Cottus gobio): Rote Liste: Vorwarnliste. Der kleine Grundfisch mit breitem Kopf lebt unter Steinen in kalten, sauberen Bächen.
- Zährte (Vimba vimba): Rote Liste: ausgestorben oder verschollen. Sie ähnelt der Nase, hat aber ein unterständiges Maul mit Nase-ähnlicher Schnauze und früher in Rhein und Donau gelebt.
- Meerforelle (Salmo trutta trutta): Rote Liste: vom Aussterben bedroht. Die Wanderform der Forelle steigt aus der Nordsee im Rhein auf, Funde sind sehr selten.
- Atlantischer Lachs (Salmo salar): Rote Liste: vom Aussterben bedroht. Im Rheinsystem laufen Wiederansiedlungsprojekte, einzelne Rückkehrer wurden in Rhein und Nebenflüssen nachgewiesen.
Bodensee: eigene Regeln
Am Bodensee gelten nicht die Zahlen der Tabelle, sondern die Bestimmungen der Internationalen Bevollmächtigtenkonferenz für die Bodenseefischerei (IBKF), die Baden-Württemberg, Bayern, Österreich und die Schweiz gemeinsam beschließen.
Im Obersee gelten beim Zander eine Schonzeit vom 1. April bis 31. Mai und ein Mindestmaß von 40 Zentimetern, bei der Seeforelle 60 Zentimeter. Felchen sind dort derzeit ganzjährig geschont, ab 2027 soll der Felchenfang wieder erlaubt sein.34
Die aktuelle Bestimmung für Angelfischer gibt es bei ForstBW, vor dem Angeln solltest du sie lesen.
Häufige Fragen
Wie viele Fischarten gibt es in Baden-Württemberg?
Die Rote Liste von 2025 bewertet 54 heimische Arten und Flusskrebse, die Zahl hängt von der Zählweise ab. Für Prüfung und Angeln sind rund 30 Arten wichtig, die du in diesem Artikel findest.2
Welche Schonzeit hat der Hecht in Baden-Württemberg?
Vom 15. Februar bis 15. Mai, bei einem Mindestmaß von 50 Zentimetern. Im Main gilt eine abweichende Regel vom 1. Februar bis 30. April.1
Wie unterscheide ich Rotauge und Rotfeder?
Beim Rotauge beginnt die Rückenflosse über den Bauchflossen, das Maul ist endständig, die Iris leuchtet rot. Bei der Rotfeder sitzt die Rückenflosse weiter hinten, das Maul ist oberständig, und alle Flossen sind blutrot.
Welcher Fisch gilt in Baden-Württemberg als vom Aussterben bedroht?
Dazu zählen unter anderem Huchen, Quappe, Karausche, Edelkrebs, Schlammpeitzger und Lachs.2
Gelten am Bodensee dieselben Regeln?
Nein, am Bodensee gelten die Beschlüsse der IBKF, die teils deutlich abweichen, zum Beispiel bei Zander und Felchen.3
Quellen
- Landesfischereiverordnung Baden-Württemberg, § 1 (Stand 10.02.2026, umwelt-online) (umwelt-online.de)
- Ministerium für Ländlichen Raum Baden-Württemberg: Biodiversitätsbroschüre der Fischereiforschungsstelle mit Roter Liste (2025) (mlr.baden-wuerttemberg.de)
- ForstBW: Bestimmung über die Ausübung der Angelfischerei am Bodensee (September 2025) (webshop.forstbw.de)
- Stuttgarter Zeitung: Nach drei Jahren Schonzeit, Felchenfang am Bodensee ab 2027 wieder erlaubt (stuttgarter-zeitung.de)
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